Wellness - ein Trend auch für Pferde?

WELLNESS – ein Trend auch für Pferde?

Wir joggen, gehen in die Sauna, schwimmen und achten auf eine gesunde Ernährung – Wellness und Fitness stehen inzwischen als Symbole für eine moderne Lebensführung. Letztendlich sind alle Wellness-Angebote Massnahmen, um unseren oftmals stressigen Alltag besser bewältigen zu können. Das gilt für uns Menschen ebenso wie für unsere Pferde. Deren Lebensumstände haben sich mit der Domestizierung grundlegend verändert, nicht aber die Grundbedürfnisse nach Licht, frischer Luft, regelmässiger Bewegung, Sozialkontakten und einer artgerechten Ernährung.

Bei Störungen helfen naturheilkundliche Behandlungen, bei denen keine Krankheitssymptome unterdrückt, sondern der Körper vielmehr angeregt wird, seine natürliche Ordnung wieder herzustellen und ein Gleichgewicht zu finden.

Vorbei sind die Zeiten, wo Pferde gemächlich von Weidegebiet zu Weidegebiet zogen und ihren eigenen Tagesrythmus bestimmten. Der Mensch hat die Lebensplanung für das Pferd übernommen, und es zu seinem Freizeit – und Sportpartner gemacht. So liegt es auch in der Verantwortung des Menschen, dem Pferd Lebensbedingungen zu schaffen, unter denen es sich wohl fühlt, widerstandsfähig gegenüber Belastungen wird und motiviert mitarbeiten kann. Dies gelingt nur, wenn sich Körper und Seele in einem harmonischen Gleichgewicht befinden. Diese Erkenntnis ist weder neu noch modern. Schon der griechische Philosoph Plato war sich dessen bewusst. Der Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden liegt demnach in einer ganzheitlichen Betrachtung des Organismus, wie sie den naturkundlichen Heilmethoden zu Grunde liegt.

 Ein Pferd, welches im Stall regelmässig ein Vorderbein vorstellt, ein Pferd, das sich in der Boxe nicht mehr anfassen lassen will, oder ein Pferd, das immer freudig gesprungen ist und plötzlich am Sprung verweigert, all diese Pferde sagen dem aufmerksamen Beobachter: „ ich habe ein Problem!“ Doch mit diesen vermeintlichen Befindlichkeitsstörungen würde wahrscheinlich kein Pferdehalter einen Tierarzt rufen. Im Sinne der Naturheilkunde sind diese Verhaltensänderungen aber wichtige Hinweise, die auf eine Störung hinweisen und deshalb ernst genommen werden müssen.

Bei der in der Naturheilkunde ganzheitlichen Diagnose werden zudem auch die Umwelteinflüsse und Haltungsbedingungen miteinbezogen. Denn hier liegt eine grosse Chance. Der naturheilkundlich arbeitende Tierarzt oder Heilpraktiker ist in erster Linie für die Prophylaxe und Früherkennung der Erkrankung zuständig.

Der Körper ist mit einem wirkungsvollen Abwehrsystem und Selbstheilungskräften ausgestattet. Die Naturheilkunde unterstützt diesen „inneren Arzt“, wie Paracelsus diese Selbstheilungskräfte nannte. Die Reihe naturheilkundlicher Verfahren und Massnahmen ist sehr umfangreich, nicht alle Methoden sind wissenschaftlich untersucht und in der Praxis muss manchmal ganz individuell erprobt werden, auf welche Behandlung das Pferd besonders anspricht.

 Die einzelnen Therapieangebote lassen sich in folgende Fachgebiete einteilen:

 

NATURHEILVERFAHREN

 

  • Bach-Blütentherapie
  • Eigenblutbehandlung
  • Homöopathie
  • Phytotherapie

 

STIMULIERENDE HEILMETHODEN

 

  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Magnetfeldtherapie
  • Neuraltherapie
  • TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation)
  • Farb- oder Klangtherapie

 

MANUELLE HEILMETHODEN

 

  • Physiotherapie
  • Osteotherapie
  • Chiropraktik

 

ENERGETISCHE HEILWEISEN

 

  • Bioresonanztherapie
  • Geistiges Heilen
  • Kinesiologie
  • Reiki

 

Je nach Symptomatik und Ursprung einer Störung lassen sich die Behandlungsmöglichkeiten durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten besser ausschöpfen, optimieren und stabilisieren. Anwendung finden in der Praxis überwiegend klassische Heilverfahren wie Akupunktur, Physiotherapie und Homöopathie, oftmals in Kombination.

 Eine bislang von Reitern eher wenig genutzte Möglichkeit ist der Trainings- und Wettkampf begleitende Einsatz einiger Verfahren, um das Pferd in der Leistung zu unterstützen. Dies ist zum Beispiel mit Akupunktur, Homöopathie und Physiotherapie ohne Doping Risiko gut möglich.

 Anwendungen in Pferdesaunen und – schwimmbädern sowie gezielte Bewegungstherapien mit Laufbändern etc. können ebenfalls helfen, die Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu erhöhen.

Im Bereich der optimalen Nahrungsergänzung hat die UFA AG mit HYPONA WELLNESS 791 ein Ergänzungsfutter auf den Markt gebracht, welches nach den Grundsätzen der Naturheilkunde zusammengestellt wurde und angereichert mit ausgewählten Kräutern, die Stoffwechselvorgänge und das Wohlbefinden des Pferdes erhält und steigert. Gerne beraten wir Sie in der LANDI / Landw. Genossenschaft über dieses neue Futter.

 Inzwischen existieren in der ganzen Schweiz zahlreiche Tierärzte und Tierheilpraktiker die sich mit dem Einsatz der verschiedenen Therapien beim Pferd befassen und erst kürzlich hat in Uzwil die Eröffnung des Health Balance – Zentrum von Urs Bühler stattgefunden welches sich der ganzheitlichen Behandlung von Pferden verschrieben hat.

 Nach wie vor sind die Arbeitsschwerpunkte und angewendeten Therapien sehr unterschiedlich. Das Ziel aller Tätigkeiten und Einrichtungen und Verfahren ist aber das Gleiche:  Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde zu unterstützen und zu fördern.Womit auch definitiv bewiesen ist, dass das Wort „WELLNESS“ auch in der Pferdehaltung eine wesentliche Bedeutung hat.

 von Urs Schweizer, SWISS HORSE MANAGEMENT