Das Pferd als Spiegel der Persönlichkeit

von Johann F. Dobler, Geschäftsführer und Inhaber JFD Training, CH-4852 Rothrist


Autor des Artikels und Geschäftsinhaber von JFD Training Johann F. Dobler
im Zwiegespräch mit seinem Holländerwallach Sidney V

Das Pferd als Spiegel der Persönlichkeit

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Begegnung und Dialog mit dem Pferd …

… durch Klarheit und Vertrauen

Bei Pferden stimmen körperlicher Ausdruck und innere Absicht überein. Bei den Menschen ist das nicht immer so selbstverständlich. Wir haben einen feinen Sensor, der uns ein ungutes Gefühl vermittelt, wenn eine Diskrepanz zwischen Ausdruck und Absicht besteht. Wenn zum Beispiel eine Konkurrentin oder Konkurrent Ihnen zu einem Erfolg gratuliert, und Sie dabei ein sonderbares Gefühl haben, so liegt das unter Umständen daran, dass Sie neben den bewusst wahrgenommenen Worten auch unbewusst ihre abweisende Körperhaltung, die kalten, nicht lächelnden Augen und den herablassenden Ton ich ihrer Stimme registriert haben.

Unsere Körperhaltung, die Art, wie wir gehen, unsere Gesten verraten alles über unser Denken, Handeln, Fühlen und Sein. Der Körper drückt das aus, was sich in uns abspielt. Wenn wir bewusst unsere Körperhaltung verändern, verändern wir auch unser Lebensgefühl. Möchten wir vom Pferd als sein „Leittier“ akzeptiert werden, muss auch unser körperlicher Ausdruck dazu passen. Pferde kommunizieren sehr klar und eindeutig durch ihre Körpersprache. Diese Klarheit ist auch Basis für gegenseitiges Vertrauen im Dialog zwischen Mensch und Pferd und eine wichtige Führungseigenschaft. Würden Sie sich jemandem anschliessen, ihm Ihr Leben anvertrauen, der im Ausdruck unklar und unsicher ist, und Sie nie recht wissen, was er eigentlich meint?

… durch Entschlossenheit

Wie verhält sich zum Beispiel der Leithengst, wenn er ein Herdenmitglied zur Gruppe zurücktreiben will? Er wird klar zum Ausdruck bringen, was er möchte, doch das alleine würde wohl kaum genügen. Er muss seinen Vorstellungen auch Nachdruck verleihen. Er wird also sehr entschlossen dem Nachzügler Beine machen und er wird keinen Zweifel offen lassen, dass er es tatsächlich so meint, und dass es ihm damit ernst ist. Entschlossenheit ist somit unsere zweite Führungsqualität. Wir werden das, was wir klar ausdrücken, auch mit Entschlossenheit in die Tat umsetzen. Eng verwandt mit Entschlossenheit ist Konsequenz. Konsequentes, entschlossenes Handeln wird von uns gefordert sein, möchten wir vom Pferd als „Leittier“ anerkannt werden. Pferde erkennen sofort, ob es sich bei einem Menschen um eine ernst zu nehmende Persönlichkeit handelt oder nur um einen nicht ernst zu nehmenden „Plauderer“.

… durch Gelassenheit

Nicht alle Pferde sind gleich tolerant. Man kann auch nicht nur äusserst schmerzhafte Erfahrungen machen, nämlich dann, wenn sich das Pferd in die Enge getrieben und bedroht fühlt, sondern läuft auch Gefahr, die behutsam aufgebaute Beziehung zum Pferd auf einen Schlag wieder zunichte zu machen. Der Umgang mit Pferden erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit und Bewusstheit. Meiner Erfahrung nach ist es besser, an den Tagen, an denen man mit dem linken Fuss aufgestanden ist, einen Kummer und Sorgen belasten oder Ärger, Wut und Zorn im Inneren brodeln, auf die Arbeit mit Pferden zu verzichten. Zum einen belastet es die Beziehung ohnehin meist bedrückt und zum anderen geht man frustriert nach Hause, weil mit dem Pferd nichts so recht geklappt hat. Gehen Sie in solchen Fällen lieber Joggen, Radeln, Squashspielen, erwürgen Sie Ihren Stoffhasen oder ertränken Sie Ihren Kummer in einem heissen Bad mit Duftölen, bei Kerzenlicht und schöner Musik. Da haben Sie und Ihr Pferd mehr davon, und am nächsten Morgen sieht die Welt oft schon viel besser aus.

… durch Verbundenheit, Achtung und Wertschätzung

Bei allem, was wir tun, sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass es nicht um Siegen oder Verlieren geht, sondern nur darum, eine eindeutige Position, die des Ranghöchsten einzunehmen. Wir wollen unser Pferd nicht unterwerfen, wir bieten ihm Führung an und damit Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Ein derartiges Angebot ist für das Pferd sehr verlockend. Schliesst sich ein Pferd uns nicht freiwillig an, so ist das Pferd von unseren Führungsqualitäten nicht überzeugt. In diesem Falle dürfen wir nicht beleidigt sein und der Versuchung unterliegen, das Pferd durch Druck zu zwingen, sich uns zu fügen. Alles, was wir so erreichen könnten, wäre ja bestenfalls ein mechanisches Funktionieren, nicht aber Freiwilligkeit, Motivation und Freundschaft. Wir sollten vielmehr dem Pferd danken, dass es uns auf einen förderungswürdigen Aspekt unserer Führungskompetenz aufmerksam macht. So kommen wir in  unserer persönlichen Entwicklung voran, werden klarer, selbstbewusster und selbstsicherer. Darüber hinaus entsteht zwischen Mensch und Pferd eine Beziehung des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens.

… fördert Ihre Führungskompetenz

Führungsqualitäten sind nicht nur für Manager und andere Führungskräfte von Bedeutung. Jeder Mensch besitzt zumindest latent Führungseigenschaften, denn er braucht sie auch im täglichen Leben. Zum Beispiel bei der Kindererziehung, im Job, bei der Betreuung von Haustieren oder bei der eigenen Lebensplanung und -gestaltung. Leider sind sich viele Menschen der in ihnen schlummernden Führungsqualitäten nicht bewusst und lassen ihr Führungspotential ungenutzt. Ich sage leider, denn statt klar geführt wird dann gegängelt, manipuliert, Macht ausgeübt, und Druck gesetzt und gestraft.

Im Outdoor-Seminar „Mensch – Pferd – Management“ erleben und verankern Sie Klarheit, Entschlossenheit, Gelassenheit und Verbundenheit. Die festgehaltenen Erkenntnisse können Sie für den Führungsalltag umgehend nutzen, gewinnbringend angelegen und verbessern somit Ihre Glaubwürdigkeit und Führungskompetenz.

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